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Fahrradcodierung – Was versteht man darunter?

Leider befinden sich immer wieder Radler in der mehr als ärgerlichen Lage, dass sie aus dem Supermarkt oder aus dem Fitnessstudio kommen und feststellen müssen: Das Fahrrad ist weg. Eben noch gut gelaunt, sinkt die Stimmung sofort auf den Nullpunkt. Sehr häufig trifft es Besitzer von neu gekauften, hochwertigen Bikes. Aber Diebe greifen durchaus auch bei älteren, gut ausgestatteten Modellen zu. Zweiräder sind in unseren Breiten eben ein sehr begehrtes Gut. Eine bei der Polizei vorgenommene Fahrradcodierung hat eine effektive Wirkung und macht sein Fahrrad für einen Dieb unattraktiv.

Was versteht man unter einer Fahrradcodierung?

Im Durchschnitt werden in Deutschland jährlich ungefähr 300 000 Fahrräder gestohlen. Wahrscheinlich liegt die Dunkelziffer um einiges höher. Da die Aufklärungsquote bei zirka mageren zehn Prozent liegt, ist es sinnvoll von sich aus für die Sicherheit des eigenen Bikes zu sorgen. Bei einer Fahrradcodierung erhält das Rad eine Eigentümer- Identifizierungsnummer, kurz: EIN. Dabei erhält das Zweirad einen Code der sich aus folgenden Elementen zusammensetzt:

  • Dem Kreis- oder Stadtkennzeichen (wie bei einem amtlichen Kfz-Kennzeichen)
  • Dem Wohnort und der Adresse in einer verschlüsselten Form
  • Den Initialen des Eigentümers
  • Einer zweistelligen, codierten Jahreszahl

Wo kann man das Fahrrad codieren lassen?

Wenn man sich zu einer Fahrradcodierung entschließt, kann man das in Deutschland bei der örtlichen Polizei tun. Dort werden regelmäßig Termine angeboten. Meist ist dazu nicht einmal eine Anmeldung erforderlich. Verschiedene Fahrradhändler und der ADFC bieten diese Codierungen zum Teil auch an. Dort werden in der Regel zirka 15 Euro in Rechnung gestellt. Der Vorteil bei der Polizei; es ist dort kostenlos.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Zur Codierung des Rades muss ein Personalausweis mitgebracht werden. Außerdem braucht man einen Eigentumsnachweis in Form einer Rechnung mit der Rahmennummer oder einer Quittung. Und natürlich muss auch das Fahrrad vor Ort sein. In der Regel gibt es ein vorgedrucktes Formular mit dem man sich per eigenhändiger Unterschrift mit der Codierung einverstanden erklärt. Bei Jugendlichen unter 18 Jahren erledigen das die Erziehungsberechtigten.

Wie kommt der Code auf das Rad?

Das Verfahren ist simple und schnell. Entweder wird der vorher festgelegte Code unter Zuhilfenahme eines Graviergerätes 0,1 mm bis 0,2 mm tief in den Rahmen des Bikes gestanzt oder es erhält einen Spezialaufkleber. Beide Varianten gelten als verlässlich. Über die Gravur wird außerdem noch ein transparentes Klebefenster angebracht. Auch bei der Klebecodierung handelt es sich um ein sicheres Verfahren. Das spezielle Etikett lässt sich von Unbefugten schwer ablösen. Es wird in der Regel an der rechten Seite des Sattelrohrs angebracht. Für die Codierung müssen nur ungefähr 15 Minuten Zeit eingerechnet werden.

Durch die Codierung wird der Weiterverkauf erschwert

Die Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen ist laut Bundeskriminalamt extrem niedrig. Es werden nur ungefähr 10 Prozent geklärt. In Österreich sieht es bei der Aufklärung noch schlechter aus, da ließen sich im Jahre 2016 laut VCÖ von zirka 27 465 Fahrraddiebstählen ungefähr 2 000 aufklären. Mit einem codierten Rad macht man den Dieben das Leben schwerer. Es lässt sich nicht so einfach weiterverkaufen. Die Codierung zeigt den Eigentümer an, sodass das Weiterverkauf sowohl auf Flohmärkten als auch im Internet erschwert wird. Hier muss ein Eigentumsnachweis erbracht werden. Dadurch sinkt der Verkaufswert des gestohlenen Bikes erheblich. Außerdem kann ein gestohlenes Rad dem richtigen Besitzer zugeordnet werden.

Lässt sich jedes Rad codieren?

Dünnwändige Fahrradrahmen und Rahmen aus Carbon dürfen nicht mit einer Gravur versehen werden. Für diese Modelle eignen sich Klebecodierungen. Sie sind auch bei Kinderfahrrädern und ultraleichten Rennrädern empfehlenswert. Gravurgeräte sind bei diesen Modellen eher schwer einsetzbar. Natürlich lassen sich auch E-Bikes codieren. Hier schlagen die Anschaffungskosten meist recht heftig zu Buche. Das Diebstahlrisiko ist bei dieser Variante von Rädern besonders hoch. Zudem ist ihr Wert häufig in der Hausratversicherung nicht abgedeckt, da er die vereinbarte Schadensumme meist übersteigt.

Vor der Gravur hinderliche Anbauteile entfernen

Damit die Fahrradcodierung zügig vorgenommen werden kann, ist es sinnvoll Anbauteile am Rahmen abzumontieren. Flaschenhalter und Luftpumpen könnten das Ansetzten des Gravurgerätes behindern. Selbstverständlich können diese Teile hinterher problemlos wieder angebracht werden.

Wie schützt die Fahrradcodierung vor Diebstahl?

Warum schützt die Fahrradcodierung das Rad vor einem Diebstahl? Der Vorteil einer Codierung liegt klar auf der Hand. Sie macht das Zweirad für Diebe unattraktiv. Versucht beispielsweise ein Unberechtigter das Rad im Internet zu verkaufen, muss er den Eigentumsnachweis vorlegen. Daran wird er in der Regel scheitern. Weil der Wiederverkauf durch eine Codierung erschwert wird, sinkt auch der Wert des gestohlenen Produktes. Auch der Dieb lässt sich einfacher überführen, wenn er mit dem Diebesgut angehalten wird. Fahrradhändler und Polizeibeamte achten besonders auf die Stellen an denen die Codierungen angebracht sind und der Versuch diese zu überkleben, würde ihnen meist sofort auffallen. Viele Haushaltsversicherungen belohnen eine Codierung mit einem Beitragsrabatt von bis zu 10 Prozent.

Die Rahmennummer allein ist nicht sehr hilfreich

Sowohl im Fundbüro als auch bei der Polizei kann der Besitzer eines aufgefundenen, codierten Bikes schnell festgestellt werden. Bei den Datenbanken der Fahrradhersteller erhält zwar jedes Modell eine eigenständige Rahmennummer, diese wird auch in den Rahmen gestanzt. Allerdings gibt es keine zentrale Nummernkartei. Da sich Räder ohne vorhandener Fahrradcodierung kaum ihren Besitzern zuordnen lassen, ist es sinnvoll für die Sicherheit seines Eigentums vorzusorgen.

Der Weiterverkauf eines codierten Rades

Will man sein codiertes Bike verkaufen, ist es notwendig einen schriftlichen Kaufvertrag abzuschließen. Damit der neue Besitzer keine neue Codierung vornehmen lassen muss, werden ihm einfach die Codierungspapiere übergeben. Allerdings ist auch eine Neucodierung mit der Vorlage des Kaufvertrages jederzeit möglich. Dabei wird die vorhandene Codierung gestrichen und mit einer neuen ersetzt.

Was passiert bei einem Umzug?

Bei einem Umzug kann über das Einwohnermeldeamt die aktuelle Adresse problemlos festgestellt werden. Den Meldebehörden ist es möglich, anhand der Jahreszahl der Fahrradcodierung auch nach mehrmaligen Wohnungswechsel den Eigentümer des Rades ausfindig zu machen. Bei Studenten, die in der Regel öfter umziehen ist es sinnvoll, bei der Codierung den Wohnsitz der Eltern anzugeben. Ein Grund auf eine Fahrradcodierung des Bikes zu verzichten, liegt auch bei einem geplanten Umzug nicht vor. Denn durch die bisherigen Erfahrungen wurde festgestellt, dass mit ihrer Hilfe sowohl die Zahl der Diebstähle gesenkt als auch die Aufklärungsquote erhöht wurde.

Fazit – Durch eine individuelle Fahrradcodierung wird das Rad für den Dieb unattraktiv

Bei einer Fahrradcodierung handelt es sich um eine individuelle Kennzeichnung des Zweirades. Da Fahrräder mit Codierung den Weiterverkauf erschweren, werden sie für Diebe unattraktiver. Ein weiter Vorteil liegt darin, dass sowohl Polizei als auch Fundbüro den Besitzer des Bikes mit Hilfe des Codes mühelos ausfindig machen können.



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