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Straßenverkehrsordnung (StVo) für Fahrradfahrer

Die Straßenverkehrsordnung für Fahrradfahrer. Das Fahrrad wird ein immer beliebteres Verkehrsmittel, vor allem in den langsam immer überfüllteren Großstädten. Das zeigt nicht zuletzt und gerade der Boom von Pedelecs. Man ist an der frischen Luft, sportlich aktiv und oftmals sogar schneller am Ziel als mit dem Auto.

Straßenverkehrsordnung_01Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, teilt sich die Straße natürlich mit anderen Verkehrsteilnehmern, wie Fußgängern, Autos, Bussen und Bahnen. Darum gilt die Straßenverkehrsordnung auch für Fahrradfahrer, mit allen Rechten und Pflichten. Das Fahrrad gilt wie Autos rechtlich als Fahrzeug, im Gegensatz zu beispielsweise Inline-Skates.

Für alle Verkehrsteilnehmer gilt:

Wie für alle Verkehrsteilnehmer gilt auch für Radfahrer §1 der StVO, gegenseitige Vor- und Rücksicht. Auch wenn man als Fahrradfahrer in gefährliche Situationen kommt, sollte einem bewusst sein, dass Fußgänger als schwächste Verkehrsteilnehmer gelten. Allerdings kommt es immer wieder zu Zwischenfällen zwischen Fahrradfahrern und dem Autoverkehr. Darum ist es hilfreich, sich mit der StVO für Fahrradfahrer auszukennen, auch um sich der eigenen Rechte bewusst zu werden. Es kommt schließlich immer wieder vor, dass man als Radfahrer nicht als gleichwertiger Verkehrsteilnehmer wahrgenommen wird und gerade darum in brenzlige Situationen gerät.

Doch das Verkehrsrecht für Fahrradfahrer ist unübersichtlich und chaotisch. Es gibt etliche Sonderregelungen, die für Fahrradfahrer gelten und Verwirrung stiften können. Was ist eine Benutzungspflicht und wann gilt sie? Was sind Fahrradstraßen? Gibt es eine Helmpflicht? Um sich besser zurecht zu finden, soll hier eine Orientierung gegeben werden.

Wann ist mein Fahrrad verkehrssicher?

Die Straßenverkehrsordnung hat für Fahrradfahrer mehrere eindeutige Vorschriften, die eingehalten werden müssen, damit man sorgenfrei losfahren kann.

Zunächst sind das zwei Bremsen, die unabhängig voneinander funktionieren. Also Vorder- und Hinterradbremse, oder auch Vorderbremse und Rücktritt. Es ist dabei egal ob man Felgen- oder Scheibenbremsen am Rad hat. Eine starre Nabe wie bei Fixies ist dagegen nicht erlaubt.

Straßenverkehrsordnung – Fahrradbeleuchtung

Ebenso wichtig ist ein funktionierendes Licht. Das kann entweder mit einem Dynamo betrieben werden oder mit Batterien, inzwischen ist beides erlaubt. Wichtig ist, darauf zu achten, dass batteriebetriebene Lichter auch zugelassen sind. Das erkennt beim Kauf am entsprechenden Siegel. Solche Lichter muss man allerdings immer griffbereit haben, falls der Ausflug länger dauert oder das Wetter so schlecht wird, dass man das Licht einschalten sollte.

Außerdem brauchen Fahrradfahrer eine Klingel und Reflektoren vorne, hinten und an den Felgen, die  sogenannten „Katzenaugen“. Außerdem sollten auch die Pedale Reflektoren haben.

Hat man alle Regeln befolgt, kann es endlich losgehen.

Tritt aber während der Fahrt ein Defekt wie eine kaputte Lampe oder Bremse auf, gilt das Rad nicht mehr als verkehrstüchtig und darf nur noch geschoben werden.

Sobald man endlich auf der Straße ist, geht das Chaos im Verkehrsrecht für Fahrradfahrer allerdings erst richtig los.

Wo darf ich Fahrradfahren?

Wo gefahren werden darf, ist die vielleicht wichtigste und verwirrendste Frage in der Straßenverkehrsordnung für Fahrradfahrer. Es gibt Radwege, die Schilder haben und solche die keine Schilder haben. Sie können plötzlich enden oder werden durch Baustellen zugebaut.

Grundsätzlich gilt, dass es keine Benutzungspflicht für Fahrradwege gibt. Das heißt, man kann auf dem Radweg fahren oder auf der Fahrbahn, also im Autoverkehr. Diese Wahlfreiheit wird jedoch häufig durch die bekannten blauen Schilder eingeschränkt. Eine Benutzungspflicht muss, ähnlich wie eine Vorfahrtstraße für Autos, nach jeder Einmündung und Kreuzung neu gekennzeichnet werden. Gibt es also nach einer Kreuzung kein blaues Schild mit Fahrrad-Piktogramm, ist man nicht mehr verpflichtet, den Radweg zu benutzen. Diese Schilder lassen sich in drei Arten unterteilen.

Zuerst sind das benutzungspflichtige Radwege oder Radfahrstreifen (Zeichen 237). Die meisten Radwege sind sogenannt Bordsteinradwege, sie können aber auch auf andere Weise von der Fahrbahn bzw. dem Gehweg getrennt sein. Radfahrstreifen befinden sich neben der Fahrbahn und auf gleicher Höhe mit dieser. Solche Radfahrstreifen sind von der Fahrbahn mit einer durchgezogenen Linie getrennt. Normalerweise gelten diese Radwege nur in eine Richtung. Werden sie in beide Richtungen freigegeben, wird das durch Pfeile gekennzeichnet.

Getrennte Rad- und Gehwege

Die zweite Art sind getrennte Rad- und Gehwege (Zeichen 241). Hier verlaufen die beiden Wege nebeneinander. Fahrradfahrer dürfen dabei nicht auf den Gehweg fahren, auch nicht zum Überholen. Andererseits haben Fußgänger nichts auf dem Gehweg verloren. Leider ist der Platz jedoch oft zu begrenzt und führt zu gefährlichen Situationen. Dann sollten Fahrradfahrer wenn möglich auf die Fahrbahn ausweichen oder bremsen.

Schließlich gibt es noch gemeinsam genutzte Rad- und Gehwege (Zeichen 240). Hier müssen sich Fahrradfahrer und Fußgänger einen Weg teilen. Wichtig ist dabei natürlich eine gemeinsame Rücksichtnahme. Das heißt, dass man seine Geschwindigkeit anpassen sollte, aber nicht, dass man nur noch Schritttempo fahren darf. Fahrradfahrer dürfen auch überholen und durch Klingeln auf sich aufmerksam machen, müssen aber warten, bis die Fußgänger zur Seite gehen. Man sollte auch darauf achten, in welche Richtung Fußgänger ausweichen um dann entsprechend überholen zu können. Man muss auch immer dran denken, dass Fahrräder beinahe lautlos sind und Fußgänger Musik hören und am Handy telefonieren dürfen.

Verkehrszeichen Nummer 237Verkehrszeichen-237
Verkehrszeichen Nummer 240Verkehrszeichen-240
Verkehrszeichen Nummer 241Verkehrszeichen-241

Straßenverkehrsordnung – Einschränkung

Aber es gibt auch wieder eine Einschränkung bei der Benutzungspflicht. Benutzungspflichtig ist ein Radweg nämlich nur dann, wenn er auch zumutbar ist. Das bedeutet, er darf nicht mit Schlaglöchern, Scherben oder Schnee übersät und auch nicht durch durchgebrochene Wurzeln unbefahrbar sein. Außerdem müssen Radwege eine Mindestbreite von 1,50 Meter haben. Die Benutzungspflicht ist auch aufgehoben, wenn der Radweg zum Beispiel durch Poller nicht breit genug für Fahrräder ist, die einen Anhänger haben. Um das Ganze jedoch noch komplizierter zu machen, gibt es im Verkehrsrecht für Fahrradfahrer keine einheitliche Regelung, was zumutbar ist und was nicht. Hier kommt es immer auf den Einzelfall an.

Fahrradfahren auf dem Gehweg

Auf einem reinen Gehweg haben Fahrradfahrer nichts zu suchen, denn man gefährdet sowohl Fußgänger als auch sich selbst. Besonders Einfahrten sind an solchen Stellen sehr unübersichtlich und stellen eine Gefahrenquelle dar. Kommt es auf reinen Gehwegen zu einem Unfall, bekommen Fahrradfahrer oft die Alleinschuld zugesprochen.

Doch auch hier hat die Straßenverkehrsordnung für Fahrradfahrer Besonderheiten zu bieten. Ein Gehweg oder eine Fußgängerzone können das Zusatzschild „Radfahrer frei“ haben. Hier dürfen Fahrradfahrer fahren, müssen es aber nicht. Außerdem haben Fußgänger absolute Priorität. Das heißt, Fahrradfahrer müssen ihre Geschwindigkeit anpassen, also im Schritttempo (4-7 km/h) fahren. Zudem dürfen Fußgänger nicht gefährdet oder behindert werden.

Die Fahrradstraße

Seit einiger Zeit gibt es im Verkehrsrecht für Fahrradfahrer auch die Fahrradstraße. Die können dort eingerichtet werden, wo der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist oder bald sein wird. Andere Fahrzeuge dürfen hier nur fahren, wenn es durch Sonderzeichen erlaubt ist. Diese müssen sich jedoch dem Radverkehr anpassen, denn nebeneinander fahren ist für Fahrradfahrer ausdrücklich erlaubt. Radfahrer dürfen also auch nicht zur Seite gehupt werden. Außerdem gilt für alle Fahrzeuge Tempo 30.

Fahrrad-frei_02Die Straßenverkehrsordnung hat für Fahrradfahrer auch geregelt, wann man entgegen der Fahrtrichtung fahren kann. So können Einbahnstraßen mit dem Zusatzschild „Radfahrer frei“ in beide Richtungen befahren werden. Dann muss man sich an der rechten Seite halten. Immer häufiger sieht man auch spezielle Markierungen auf der Fahrbahn, die anzeigen wo gefahren werden darf. Außerdem müssen Autos Fahrradfahrer durchfahren lassen, wenn die rechte Seite für Autos zum Beispiel durch andere parkende Autos belegt ist. Ansonsten gilt natürlich auch auf freigegebenen Einbahnstraßen rechts vor links, wenn es nicht anders gekennzeichnet ist. Teilweise sieht man Schilder speziell für den Radverkehr, die etwa die Vorfahrt regeln.

Weitere Radwege

Es gibt auch Radwege links von der Fahrbahn, die freigegeben sind. Je nachdem, ob auf der rechten Seite auch ein Radweg ist, hat man die Wahl oder ist gezwungen, den linken Radweg zu benutzen.

Wenn es keine benutzungspflichtigen Radwege gibt, können Radfahrer auf der Fahrbahn fahren. Theoretisch ist das der Normalfall, da die Benutzungspflicht ja speziell gekennzeichnet wird. Doch auch hier hat die Straßenverkehrsordnung für Fahrradfahrer einige Regelungen parat.

Rechtsfahrgebot auch für Fahrradfahrer

Zunächst gilt das Rechtsfahrgebot – und zwar immer, außer es gilt die oben genannte Ausnahme. Ansonsten muss man auf der Fahrbahn, dem Radweg, dem Schutzstreifen und freigegebenen Gehwegen rechts fahren.

Doch wie weit rechts? Schließlich ist der Rinnstein ganz am Rand nicht ungefährlich. Auch rechts parkende Autos können eine Gefahr sein, etwa wenn unbedacht eine Autotür geöffnet wird. Darum hat sich ein Sicherheitsabstand von etwa einem Meter vom Lenker ende etabliert, um sogenannte Dooring-Unfälle zu vermeiden.

Stehen rechts keine parkenden Autos, reicht ein Sicherheitsabstand von etwa 80 cm. Autos wiederum müssen beim Überholen einen Sicherheitsabstand 1,50 Meter einhalten, bei Kindern und Fahrrädern mit Anhängern sogar zwei Meter. Durch diese Sicherheitsabstände sollte man sich tatsächlich recht mittig auf der Fahrbahn halten, sodass Autos eigentlich die Spur wechseln müssten, um zu überholen. Inwiefern das möglich ist, dürfte von Situation zu Situation unterschiedlich und auch davon abhängig sein, wie sicher man sich auf dem Fahrrad fühlt.

Außerdem dürfen Radfahrer nicht von entgegenkommenden Autos abgedrängt werden, die Hindernisse wie parkende Autos umfahren wollen. Hier haben Fahrradfahrer im Zweifel Vorfahrt und die Autos müssen warten.

Straßenverkehrsordnung – Schutzstreifen für Fahrradfahrer

radwegbenutzungspflichtImmer häufiger werden in Städten auch sogenannte Schutzstreifen eingerichtet. Diese befinden sich am Rand des Fahrstreifens, sind etwas schmaler als ein normaler Radfahrstreifen oder die Fahrbahn und durch eine gestrichelte Linie und Fahrrad-Piktogramme gekennzeichnet. Schutzstreifen sind laut Straßenverkehrsordnung für Fahrradfahrer vorbehalten und dürfen nur von Autos benutzt werden, wenn die Fahrbahn sonst keinen ausreichenden Platz hat. Das kann zum Beispiel sein, wenn ein Auto aus der anderen Richtung ausweichen muss oder ein LKW entgegenkommt. Fahrradfahrer dürfen aber auch dann nicht bedrängt werden. Außerdem ist das Parken auf Schutzstreifen – wie auf Radwegen – verboten.

Auch ob man rechts an Autos vorbeifahren darf, ist im Verkehrsrecht für Fahrradfahrer geregelt. Wenn Autos stehen und ausreichend Platz vorhanden ist – etwa 1 Meter – dürfen Radfahrer vorsichtig und mit angemessenem Tempo vorbeifahren. Das gilt zum Beispiel, wenn man an einer roten Ampel nach vorne rollen will. Man darf aber nicht zwischen zwei Autokolonnen durchfahren, sondern nur, wenn rechts der Bordstein ist. Eine Ausnahme hiervon wäre es, wenn man sich auf der Linksabbiegespur einordnet.

Straßenverkehrsordnung – Radfahrer absteigen

Radfahrer-absteigenVor allem an Baustellen ist häufig das Schild „Radfahrer absteigen“ zu sehen. Das ist allerdings kein Gebot, sondern nur eine Empfehlung und hat damit keine rechtlich bindende Wirkung. Es gibt laut Straßenverkehrsordnung hier für Fahrradfahrer die Möglichkeit, die Fahrbahn benutzen. Ist nach diesem Sonderzeichen ein reiner Gehweg, müssen Radfahrer sowieso absteigen.

Es gibt übrigens auch keine Pflicht, hintereinander zu fahren, solange man nicht den Verkehr hinter sich behindert. Eine weitere Ausnahme ist das Fahren im Verbund mit mindestens 15 anderen Leuten. Dann gilt man laut Verkehrsrecht als ein Verkehrsteilnehmer und darf die komplette Spur benutzen. Außerdem gilt eine Grünphase, bis auch der letzte Teilnehmer über die Ampel gefahren ist, selbst wenn diese inzwischen rot geworden ist.

Straßenverkehrsordnung – Sonderregelungen für Kinder

Für Kinder auf dem Fahrrad gelten wieder andere Regeln. Kinder gelten im Verkehr als besonders gefährdet. Sie sind gerade am Anfang auf dem Fahrrad unsicher und kennen noch nicht alle Regeln und Gesetze. Darum müssen Kinder bis 8 Jahre auf dem Gehweg oder auf baulich getrennten Radwegen fahren. Schutzstreifen und Radwege am Rand der Fahrbahn sind jedoch verboten. Kinder bis 10 Jahre dürfen auf dem Gehweg fahren, können aber auch Schutzstreifen und Radwege benutzen. Wenn Kinder den Gehweg benutzen, müssen sie allerdings beim Überqueren der Straße vom Fahrrad absteigen und schieben.

Im Verkehrsrecht ist für Fahrradfahrer auch festgelegt, ob und wann eine Begleitperson mit auf dem Gehweg fahren darf. So dürfen Kinder bis 8 Jahre von einer Person, die mindestens 16 Jahre alt ist, auf dem Gehweg begleitet werden. Das heißt, ein Elternteil darf das Kind auf dem Gehweg begleiten, aber nicht beide. Dabei ist nicht geregelt, ob man vor, neben oder hinter dem Kind fahren darf. Neben dem Kind ist meistens nicht genügend Platz, ohne Fußgänger zu gefährden oder behindern. Ob man vor oder hinter dem Kind fährt, bleibt den Eltern selbst überlassen. Kinder bis 10 Jahre dürfen jedoch nicht mehr auf dem Gehweg begleitet werden. Es ist also besonders am Anfang ratsam, möglichst nur gemeinsam auf Radwegen zu fahren, soweit dies möglich ist.

Kinder unter 7 Jahren dürfen auf einem Kindersitz oder in einem Anhänger mitfahren. Im Anhänger lassen sich sogar zwei Kinder mitnehmen. Man muss bloß darauf achten, dass die Füße der Kinder nicht in die Speichen des Fahrrads geraten können.

Straßenverkehrsordnung – Die richtige Ampel finden

Verwirrend kann die Straßenverkehrsornung für Fahrradfahrer auch bei Ampeln sein. Das hängt vor allem mit der manchmal unklaren Regelung zusammen, wo man als Fahrradfahrer fahren darf.

Man kann zwischen sogenannten Lichtzeichenanlagen für den allgemeinen Verkehr, den Radverkehr und den Fußverkehr unterscheiden. Zusätzlich gibt es noch kombinierte Ampeln für Fußgänger und Radfahrer.

radwegbenutzungspflichtDoch wann muss man welche Ampel beachten?

Ist man auf der Fahrbahn unterwegs, gilt laut Straßenverkehrsordnung für Fahrradfahrer die Ampel für den Allgemeinverkehr. Das ist die Ampel ohne besonderes Symbol. Die gilt auch, wenn es zusätzlich eine Fahrradampel gibt, etwa wenn nebenan ein nicht benutzungspflichtiger Radweg ist.

Wenn man auf einem Radweg unterwegs ist, gilt laut Straßenverkehrsordnung für Fahrräder die Radampel beziehungsweise die kombinierte Rad- und Fußgängerampel. Gibt es jedoch nur eine reine Fußgängerampel, müssen sich Radfahrer an die Fahrbahnampel halten. Das hört sich kompliziert an, ist es leider auch. Zur Vereinfachung lässt sich immerhin sagen, dass zumindest Fußgängerampeln nie für Radfahrer gelten.

Straßenverkehrsordnung – Abbiegen

Grundsätzlich gilt: Wer abbiegen will, muss das rechtzeitig und deutlich ankündigen. Das heißt für Fahrradfahrer „Arm raus“. Da man am Fahrrad keinen Fahrtrichtungsanzeiger – wie den Blinker am Auto – anbringen darf, bleibt der ausgestreckte Arm die einzige Möglichkeit für Radfahrer, einen Richtungswechsel anzuzeigen. Ansonsten gelten hier für Fahrradfahrer die gleichen Regeln wie für Autofahrer. Dabei muss man natürlich auch auf kreuzenden Verkehr und auf den Verkehr hinter sich achten. Man sollte also mindestens einmal, besser zweimal, einen Blick nach hinten werfen, um nicht aus Versehen in einen Unfall verwickelt zu werden. Wer nach rechts abbiegen möchte, muss Fußgänger vorbei lassen.

Linksabbieger, haben zwei Möglichkeiten, das direkte und das indirekte Abbiegen.

Wer direkt nach links abbiegen möchte, kann sich mit Handzeichen in die Abbiegespur für Autos einordnen, und zwar auch dann, wenn dafür der Radweg verlassen werden muss. Radfahrer müssen sich dann auch nicht rechts von Autos einordnen, sondern können sich auch mittig vor oder hinter ein Auto einordnen, also die ganze Spur benutzen.

Wem das direkte Abbiegen zu gefährlich erscheint, kann auch indirekt links abbiegen. Hier fährt man geradeaus über die Kreuzung und dann erst rechts. Man muss dann auf den Verkehr von beiden Seiten achten.

Wenn man Glück hat, gibt es an Kreuzungen auch eigene Abbiegespuren für Radfahrer. In diesem Fall muss man beim direkten Abbiegen die Radspur benutzen und nicht die Fahrbahn.

Straßenverkehrsordnung – Was man sonst noch beachten muss

Es gibt noch einige andere Regeln, die die Straßenverkehrsordnung für Fahrradfahrer bereit hält.

Fahrradfahrer dürfen zum Beispiel über einen Zebrastreifen fahren, müssen sich aber dann ganz normal an Vorfahrtsregeln halten und vorbeifahrende Autos durchlassen. Die Vorfahrt am Zebrastreifen gilt nämlich nur für Fußgänger, man müsste sein Fahrrad also schieben.

Dafür dürfen Fahrradfahrer über Kopfhörer Musik hören – mit der Einschränkung, dass man noch das Martinshorn der Rettungskräfte hört.

Man kann auch Punkte in Flensburg sammeln und sogar den Führerschein entzogen bekommen, wenn man die Schuld an einem Unfall hat. Auch Radfahren unter Alkoholeinfluss kann bestraft werden. Im Grunde gilt hier ähnlich wie beim Autofahren ein Promillewert von 0,3 als Grenze.

Man darf ebenso kein Smartphone während des Radfahrens benutzen. Das heißt nicht nur telefonieren und Nachrichten schreiben. Als Benutzung gilt auch, wenn man nur kurz auf die Uhr gucken oder das Navi checken will. Für solche Fälle empfiehlt es sich also, das Smartphone am Lenker zu befestigen.

Straßenverkehrsordnung – Höchstgeschwindigkeit für Fahrradfahrer

Eine weitere Seltsamkeit in der Straßenverkehrsordnung ist für Fahrradfahrer die fehlende Höchstgeschwindigkeit. Dort heißt es für Radfahrer lediglich, dass mit einer angepassten Geschwindigkeit gefahren werden muss. Der einzige Fall mit vorgeschriebener Höchstgeschwindigkeit ist wie oben beschrieben Tempo 30 in Fahrradstraßen.

Man darf sein Fahrrad auf Parkflächen abstellen, wenn diese nicht Taxis oder anderen bestimmten Fahrzeugarten vorbehalten sind. Auch das Parken auf Gehwegen, Plätzen und Fußgängerzonen ist erlaubt, wenn dadurch keine Fußgänger behindert werden. Theoretisch kann man sein Rad auch am Fahrbahnrand abstellen, dann muss es allerdings im Dunkeln beleuchtet sein. Das lohnt sich also meistens nur tagsüber, da die Beleuchtung am Fahrrad meistens über einen Dynamo nur in Bewegung funktioniert.

Straßenverkehrsordnung und die Helmpflicht

FahrradhelmEs gibt keine Helmpflicht für Fahrradfahrer, auch nicht für Kinder. Dennoch wird es zumindest empfohlen, einen Helm zu tragen. Die Meinungen, ob eine Helmpflicht sinnvoll ist, gehen weit auseinander. Viele sind der Meinung, dass eine Pflicht negative Folgen haben könnte. Einerseits würden weniger Menschen auf das Fahrrad steigen, da sie den Helm unbequem finden. Andererseits würde das Tragen eines Helms zu einer höheren Risikobereitschaft führen und so den Nutzen des Helmes zunichte machen. Außerdem führen einige an, dass auch die Risikobereitschaft von Autofahrern erhöht würde, schließlich seien die Fahrradfahrer ja geschützt. Als Argument für eine Helmpflicht wird der Schutz angeführt. Kopfverletzungen können sehr ernste Folgen haben und dürfen nicht überschätzt werden. Ob die Vor- oder Nachteile überwiegen, muss von daher jeder für sich selbst entscheiden.

Zwar muss man einen Richtungswechsel mit dem Arm anzeigen, einhändig darf man aber nur fahren, wenn man das Fahrrad weiterhin unter Kontrolle hat. Freihändig fahren ist grundsätzlich verboten. Füße darf man nur dann von den Pedalen nehmen, wenn die Straßenverhältnisse es erfordern, beispielsweise bei tiefen Pfützen.

Straßenverkehrsordnung und Elektrofahrräder

Wichtig ist es noch anzumerken, dass diese Verkehrsregeln speziell für Fahrräder auch für Pedelecs gelten, nicht jedoch S-Pedelecs und E-Bikes. Auch wenn besonders die Begriffe Pedelec und E-Bike im Alltag das Gleiche meinen können, bezeichnen sie offiziell unterschiedliche Sachen. Ein Pedelec ist ein Fahrrad mit Motorunterstützung bis 25 km/h nur, wenn auch in die Pedale getreten wird. Ein E-Bike kann die Motorunterstützung auch ohne Pedaltritte abrufen und gilt darum als Leichtmofa. Ein S-Pedelec unterstützt sogar bis 45 km/h und gilt darum als Kraftfahrzeug.



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